Jugendarbeit in den Heimatvereinen

Diesen Fachbereich leitet:

Frau Rita Volkmer, Raumühlenweg 32, 49509 Recke
Tel. 05453 8386 und 01520 9749465

E-Mail: rita.volkmer@gmx.de


Ferienspaßaktionen

Dienstag, 04.08.2009: Klöppeln für alle interessierten Kinder und Jungendlichen an der Alten Ruthemühle in Recke. Dauer von 14.30 Uhr bis max. 18 Uhr.

Der Kostenbeitrag beträgt 2€, dafür wird das Material komplett gestellt und jeder kann seine fertigen Stücke (z.B. Freundschaftsbänder, auch mit Perlen) mit nach Hause nehmen.
Eine Teilnahme ist ab 6 Jahren möglich. Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist bitte möglichst frühzeitig anmelden bei Rita Volkmer, Tel. 01520 9749465.
Interssierte Eltern sind natürlich herzlich willkommen.
Wer möchte bekommt vom Heimatverein Getränke zum Selbstkostenpreis.

Donnerstag, 06.08.2009: Körbe flechten für alle interessierten Kinder und Jugendlichen an der Alten Ruthemühle in Recke. Dauer von 9 Uhr bis ca. 17 Uhr.

Der Kostenbeitrag beträgt 5€, dafür wird das Material komplett gestellt und jeder kann auf jeden Fall einen fertigen Korb mit nach Hause nehmen. Die Fachleute aus Mettingen und Recke helfen weiter wo immer es nötig ist und bereiten für jüngere Teilnehmer auch schon viel vor.
Eine Teilnahme ohne Unterstützung der Eltern ist ab 8 Jahren möglich, bei jüngeren Kindern sollte ein Elternteil mitkommen.
Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist bitte möglichst frühzeitig anmelden bei Rita Volkmer, Tel. 01520 9749465.
Getränke werden vom Heimatverein zum Selbstkostenpreis angeboten und die Teilnahme am Mittagsimbiss ist möglich. Bitte bei der Anmeldung mit angeben.

Die Anschrift der Alten Ruthemühle für das Navigationsgerät: Steinbecker Str. 50, 49509 Recke


Heimatvereine aus dem Kreis Steinfurt beim 54. Westfalentag in Paderborn

Zum 54. Mal organisierte der westfälische Heimatbund einen Tag für die Menschen in Westfalen

56 Teilnehmer aus dem Kreis Steinfurt fuhren am Samstag, 09. Mai zusammen zum Westfalentag nach Paderborn-Schloss Neuhaus.

Es ging früh los, die ersten Mitfahrer wurden um halb sieben bereits abgeholt. Die Stimmung war hervorragend, das Wetter wurde mit zunehmender Fahrtdauer immer besser, in Schloss Neuhaus erwartete und strahlender Sonnenschein.

Neben der Mitgliederversammlung des westfälischen Heimatbundes wurde den Teilnehmern, davon 28 Kinder und Jugendliche, ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm geboten: Ein Vortrag über Archäologie in Westfalen, Arbeitskreise zu den Themen Römer und Germanen in Westfalen und Zukunftsaufgaben in der Dorfentwicklung und verschiedene Exkursionen in die Umgebung von Schloss Neuhaus. So erkundeten einige Mitglieder am Nachmittag die Innenstadt von Paderborn bei einer Stadtführung und besichtigten den Dom, die Paderquellen und die Kaiserpfalz. Unterhaltsam und kurzweilig präsentierte der Stadtführer seine Stadt den Besuchern aus ganz Westfalen und hatte viele kleine Anekdoten parat.

Eine andere Gruppe erkundetet unter sachkundiger Führung das Kloster Dalheim mit dem klostergeschichtlichen Museum.

Zum ersten Mal fand in diesem Jahr parallel ein spezielles Kinder- und Jugendprogramm statt: 35 Kinder und Jugendliche im Alter von 5 bis 15 Jahren hatten einen interessanten Vormittag im Naturkundemuseum im Marstall. Vogelstimmen wurden genauso bestimmt wie Tierspuren zugeordnet. Mutige versuchten auch, die ungewöhnliche Spur eines Eichhörnchens nachzuahmen. Gar nicht so leicht, die Hinterfüße außen vor den Vorderfüssen zu platzieren! Ein Höhepunkt war die Fütterung des Flusskrebses, dessen Leibspeise Regenwürmer und Nudeln sind.

Nach dem gemeinsamen Mittagessen war der Nachmittag im Naturschutzgebiet Moosheide in der Senne für alle Teilnehmer am Jugendprogramm ein tolles Erlebnis. Verschiedenste Tiere und Pflanzen wurden „unter die Lupe“ genommen, also in einer Becherlupe beobachtet, z.B. der Frühlingsmistkäfer der sehr schön blauglänzend ist. In den Heideflächen haben wir kleine Eidechsen beobachtet und auch Raupen und die rote Waldameise wurden genauer betrachtet.

An dem schönen warmen Tag waren die Feldgrillen laut zu hören und auch diese haben wir näher kennengelernt.

Die Naturführer machten uns auf viele tolle Einzelheiten aufmerksam, so zum Beispiel auf das Spechthochhaus, ein Baum an dem viele Höhlen übereinander liegen. Ausgiebig erkundet haben wir die Emsquellen, bei denen es sich um Sickerquellen handelt. Das Wasser tritt flächig an vielen Stellen aus dem Boden und bildet einen Quellsumpf. Obwohl es nach sehr wenig Wasser aussieht bildet sich nach erstaunlich wenigen Metern die Ems als Bach heraus. Das Wasser wurde sogar probiert und für „lecker“ befunden. Sehr verwundert waren alle Teilnehmer als Naturführer Manfred Rodehutscord ein Stethoskop aus der Tasche zog und uns aufforderte, am Stamm einer Birke zu lauschen. Die Erklärung war einleuchtend, die Erfahrung faszinierend: Da die Birke eine relativ dünne Rinde hat, konnten wir den Wasser- und Nährstofftransport im Baum hören. Der Tag endetet mit einem gemeinsamen Kaffeetrinken. Auf der Rückfahrt im Bus waren sich alle einig: Wir sind beim nächsten Mal wieder dabei.

Auch das neue Kinder- und Jugendprogramm wird hoffentlich ein fester Bestandteil der zukünftigen Westfalentage!

 

Recke, 12.05.2009

Stephanie Dirksmeyer

Rita Volkmer


Das „Lebendiges Museum“ in der „Alten Ruthemühle“ in Recke war auch in der dritten Auflage ein voller Erfolg!

Wenn das Durchschnittsalter der Besucher in der Ruthemühle normalerweise bei ca. 65 Jahren liegt, so fiel es am 29. März 2009 rapide ab und lag geschätzt bei knapp unter 30 Jahren.

Wie kam es dazu?

Das war der Verdienst der Jugendgruppe des Heimatvereins Recke und vieler fleißiger Helfer, die an diesem Tag zum dritten Mal das lebendige Mitmachmuseum an der „Alten Ruthemühle“ veranstalteten, in diesem Jahr zum ersten Mal in Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Jugendarbeit des Kreisheimatbundes Steinfurt e.V. .

Viele Tätigkeiten, Handwerke und Kunsthandwerke die zu Zeiten  unserer Groß- und Urgroßeltern zum täglichen Leben gehörten wurden an diesem Tag wieder lebendig. Bei allen Aktivitäten war nicht zuschauen sondern ausprobieren und mitmachen angesagt.

Die zahlreichen Gäste sahen oft zuerst den dampfenden Kessel im Hof und fanden gleich hinter dem Tor auch eine Antwort auf die Frage nach seinem Verwendungszweck. Dort standen mehre große Zinkwannen mit Waschbrettern und Wäschestampfer.

Wäsche waschen auf Knopfdruck? Das war für unsere Urgroßeltern höchstens ein Traum! Die vielen Arbeitsschritte bis zur frischen Wäsche wurden im lebendigen Museum alle ausprobiert: Im großen Kessel wurde die weiße Wäsche vorab gekocht. Gefeuert wurde der Kessel ganz stilecht mit Holzscheiten. Anstrengend wurde es anschließend, wenn unsere jungen Helfer die Wäschestücke mit hartnäckigen Flecken auf dem Waschbrett bearbeiteten. Mit Kernseife, viel Geduld und Muskelschmalz verschwanden so auch die letzten Flecken. Anschließend wurde gespült und bevor die Wäsche auf die Leine kam wurde das überschüssige Wasser in der Wringe herausgepresst.

Wer nach dem Waschen weiter ins Obergeschoss ging, sah den großen Andrang bei den Korbflechtern, die ihr Handwerk nicht nur demonstrierten sondern die großen und kleinen Besucher einluden, sich einen eigenen Korb zu flechten. Damit auch jüngere Kinder diese Aufgabe meistern konnten, hatten die Korbflechter gut vorgearbeitet. Die Grundgerüste waren bereits fertig und statt mit Weiden wurde an diesem Tag mit Peddigrohr geflochten, da dieses leichter zu verarbeiten ist.

Viele schöne Körbe sind so entstanden und wurden stolz mit nach Hause genommen.

      

Gleich neben den Korbflechtern wurde gefilzt. Hierbei handelt es sich schließlich nicht nur um ein Hobby, dass gerade „in“ ist, sondern um eine uralte Technik der Wollverarbeitung. Durch filzen und walken entstand früher ein Wasser abweisendes und Wind undurchlässiges Vlies, ein erster Regenmantel könnte man sagen.

Bei uns im Museum wurden beim Filzen aus kleinen, bunt gefilzten Kugeln, etwas Schleifenband, Perlen und Glöckchen Kunstwerke wie Schlüsselanhänger, Lesezeichen und Halsketten gezaubert. 

    Schlüsselringe und Glöckchen waren schon vor Ende der Veranstaltung genauso „ausverkauft“ wie die Leinentaschen beim benachbarten Blaudruckstand. Hier konnte sich jedes Kind eine Stofftasche mit dem eigenen Namen und vielen anderen Motiven gestalten.

Wer auf seinem Rundgang dann das Heimathaus besuchte fand hier die Klöppler, Spinner und Weber.

Die Klöpplerinnen vom Heimatverein hatten nicht nur ihre eigenen Klöppelkissen mitgebracht sondern auch „Probierkissen“. Alle Teilnehmer waren sehr gespannt, ob sich jemand traut, dieses Kunsthandwerk einfach so auszuprobieren.

     

Diese Frage wurde schnell beantwortet. Genau wie bei allen anderen Aktionen bildeten sich hier am Nachmittag lange Warteschlangen. Sowohl Mädchen als auch Jungen haben mit viel Freude Freundschaftsbändchen geklöppelt. Die jüngste Teilnehmerin mit einem eigenen Freundschaftsband zählte gerade einmal 4 Jahre. Unsere Könner waren beeindruckt und begeistert von so viel Interesse und Geschick.

Mit viel Eifer wurde auch der große Webstuhl ausprobiert und die Schafwolle für die Spinner gekämmt.

Eine weitere Attraktion besonders für die kleinen und großen Jungen unter den Besuchern waren die Oldtimerfreunde des Heimatvereins Recke, die ihre alten Schlepper und verschiedene Erntemaschinen mitgebracht hatten. Der Dreschkasten wurde genauso in Gang gesetzt wie eine alte Kornmühle.

Während draußen noch das Korn gemahlen wurde, wurde im Backhaus im alten Steinofen bereits leckeres Brot und frischer Butterkuchen gebacken. Auch hier waren die Kinder zum Mitmachen eingeladen und so kneteten viele Kinder ihr eigenes Brot, das sie dann natürlich noch ofenwarm mitnehmen durften.

     

Auf der Wiese neben dem Backhaus zeigten die befreundeten Seiler vom Heimatverein Halverde ihr Können und stellten mit Hilfe der Kinder viele Springeile her, die sofort ausprobiert wurden und zwar von Alt und Jung.

     

Abgerundet wurden die vielen Aktivitäten mit einer leckeren Waffel aus Uromas Küche. Auf der alten Kochmaschine wurde schmackhafte Marmelade gekocht und nebenan der Weißkohl mit Salz eingestampft. Auch hier haben viele Helfer mitgemacht und in einigen Wochen können die Mitglieder des Heimatvereins Recke das selbst gemachte Sauerkraut genießen.

Es war viel los an diesem Tag in der „Alten Ruthemühle“ in Recke, es war wirklich lebendig, genau so, wie wir es uns gewünscht hatten. So macht Jugendarbeit im Heimatverein richtig Spaß!

Besonders hat uns gefreut, dass nicht nur Kinder, Jugendliche und Familien aus Recke da waren, sondern auch viele Teilnehmer aus dem übrigen Kreisgebiet den Weg zur Ruthemühle gefunden haben. Kontakte wurden geknüpft z.B. mit Mitgliedern vom Heimatverein Burgsteinfurt und mit Familien aus Rheine und diese wollen wir auf jeden Fall weiter pflegen.

Von den vielen begeisterten Besuchern haben wir viel Lob bekommen und die Frage, ob denn so eine Veranstaltung wiederholt werde, wurde mehrfach gestellt.

Auch die Frage nach einer neuen Kindergruppe im Heimatverein Recke kam bei mehreren Eltern auf.

Dieses ist jetzt eine unserer Aufgaben für das weitere Jahr, die ersten Planungen haben wir direkt in der anschließenden Woche begonnen.

Durch die Unterstützung des Kreisheimatbundes Steinfurt e.V. konnten alle Aktionen an diesem Tag für die Kinder kostenfrei  angeboten werden. Auch die Kreisheimatpflegerin war begeistert von der Resonanz auf das Angebot des „Lebendigen Mitmachmuseums“ . Weitere Brauchtumsaktionen in der Jugendarbeit sind in Planung.

 

Text und Bilder:  Stephanie Dirksmeyer und Rita Volkmer

 

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