Von Manfred Schwegmann
Omas 80-ster Geburtstag wurde thematisiert, off et Gulasch „halw un halw“ oder doch Rindfleeschk, Schwienebraoen oder Kotelett giewen sall. Häbbt de dümmsten Buern tatsächlick de dicksten Kartuffeln? Das alles gab es gestern beim 24. Kreisentscheid des alle zwei Jahre ausgetragenen Plattdeutschen Lesewettbewerbs im Kreishaus zu hören. Organisiert wird der Wettbewerb vom Kreisheimatbund. Namentlich zeichneten Rudolf und Rita Averbeck verantwortlich.
Landrat Dr. Martin Sommer begrüßte zunächst die Schülerinnen und Schüler zusammen mit ihren Eltern, Großeltern, Geschwistern, Freunden und Lehrern, die den teilweise weiten Weg aus dem gesamten Kreisgebiet auf sich genommen hatten.
„Ihr alle seid bereits Sieger, habt an Euren Schulen, in Euren Städten gewonnen.“, ließ er keinen Zweifel daran, dass hier heute niemand als Verlierer wieder das Kreishaus verläßt. Auch zeigte der Landrat, der Plattdeutsch nach eigenem Bekunden gut verstehen kann aber selber nicht spricht, sich erfreut darüber, dass soviele junge Menschen Interesse zeigen, diese alte Sprache lebendig zu erhalten.
21 Teilnehmer, 20 direkt vor Ort, eine Schülerin wurde aus Amerika zugeschaltet, durften gestern in drei Kategorien antreten: (I) Jahrgang 1 bis 4 (Grundschule), (II) Jahrgang 5 bis 8 und (III) Jahrgang 9 bis 13.
Aus Emsdetten waren Wilma Feldmann von der Wilhelmschule und Marie Spieker von der Käthe-Kollwitz-Schule erfolgreich angetreten. Die Urkunden, die sie mit Glückwünschen vom Landrat erhielten, dürften mittlerweile stolz an den Wänden hängen. Beide haben ihre Heimatstadt und das Dettske Platt hervorragend vertreten! Für die unabhängige Jury dürfte die größte Aufgabe tatsächlich darin gelegen haben, die unterschiedlichen Texte (jeder Teilnehmer hatte einen eigenen) miteinander zu vergleichen und tatsächlich wurde auch hier bereits deutlich, dass selbst im eigentlich überschaubaren Kreis Steinfurt in den einzelnen Städten und Gemeinden unterschiedliche Begriffe und Aussprachen für die selben Dinge gebräuchlich sind.
Das Siegertreppchen in der Kategorie (I) haben 1. Anton Stucht (Neuenkirchen), 2. Jana Mänz (Lengerich) und 3. Theo Finke (Hopsten-Schale) erklommen.
Sechs Teilnehmer sind in der Kategorie (II) angetreten, hier lagen die Teilnehmer ganz eng beieinander. Auffallend hier, dass die Sprachmelodie eigentlich bei allen den deftigen Kern der Plattdeutschen Sprache hervorbrachte. Entschieden hat sich die Jury dann letztlich für 1. Janna Kempe (Neuenkirchen), 2. Anneke Brinker (Hopsten) und 3. Josefine Berg (Lienen).
In Kategorie (III) wurde Nils Rohlmann (Hörstel) ausgezeichnet.
Quelle: AllesDetten online-Magazin (mit freundlicher Genehmigung)